18.33

Schloss Lichtenberg
Sanierung

2018 – 2022

Projekt Daten

  • Architekt Johannes Hug, Architekt, Darmstadt
  • Bauherr Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) Niederlassung Süd, Darmstadt
  • Bauzeit 2018 – 2022
  • Bearbeiter M. Nieländer, M. Brand, C. Breckner
  • Leistungen Tragwerksplanung LPH 1 – 8
  • Bauvolumen BGF ~ 1100 m²

Baubeschreibung

Die Ursprünge des Kulturdenkmals Schloss Lichtenberg im Odenwald gehen auf den Grafen von Katzenelnbogen zurück, welcher im 13. Jahrhundert an heutiger Stelle eine Burg erbaute. Im 16. Jahrhundert (ca. 1570 – 1581) ließ Landgraf Georg I. die Burg umbauen und erweitern, wodurch das erste Renaissanceschloss in der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt entstand.

Zu diesem zählt heute noch der denkmalgeschützte Marstall – ehemaliges Stallgebäude – welcher vermutlich vor Errichtung der Zehntscheune (ca. 1730) als solcher benutzt wurde. Das 500 Jahre alte Gebäude wurde mit aus Natursteinen gemauerten Außenwänden und einer vollständigen Innen- und Dachkonstruktion aus Eiche gebaut. Es hat zwei Vollgeschosse und drei Dachgeschosse in zweifach stehenden Dachstühlen.

Der Marstall ist aufgrund einer undichten Dachhaut erheblich geschädigt worden. Es waren erhebliche Schäden durch pflanzliche und tierische Schädlinge an der Konstruktion vorzufinden. Zu diesen zählten die Braun- und Weißfäule und der Nassfäulepilz. Die Schäden wurden mit einer umfassenden Schadenskartierung dokumentiert.

Des Weiteren haben sich die Innenfundamente des Gebäudes abgesenkt. Diese entstanden vermutlich aus der Kombination einer sehr hohen Belastung und einem ungenügend verdichteten Boden. Da alle Stützen und Kopfbänder mit Holznägeln zugfest miteinander verbunden sind, schwebten viele der Stützen im ungenutzten Zustand über dem Boden.

Aufgrund der exponierten Lage auf einem Bergrücken wurde der Marstall mit einem Gerüst-Notdach überbaut, um die Sanierungsarbeiten frei von Witterungseinflüssen durchführen zu können.

Bei der  denkmalgerechten Sanierung wurden die geschädigten Holzbauteile gesundgeschnitten und mit stehenden Blättern und Holznägeln wiederhergestellt. Es wurde auf einen reduzierten Einsatz von metallischen Verbindungsmitteln wert gelegt.

Die bestehenden Decken und Bodenaufbauten sind von besonderem denkmalpflegerischen Belang und wurden bei den Sanierungsarbeiten mit Holzweichfaserplatten vor Beschädigungen geschützt. Die Anarbeitung der Holzquerschnitte erfolgte kleinteilig, um die angrenzenden Befunde nicht zu tangieren.

Die Sanierungsmaßnahmen erstreckten sich bis zur Kehle der angrenzenden Zehntscheune. Im Rahmen des Bauvorhabens wurde die Zehntscheune untersucht und mit Notabstützungen gesichert. Weiterhin ist ein Sanierungskonzept erstellt worden. Die Umsetzung steht noch aus.

Projekt Bilder:

Quelle: https://www.schloesser-hessen.de/de/schloss-lichtenberg

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